Faszination Foster

Jodie Foster fasziniert mich als Schauspielerin seit ihren frühesten Filmen. Durch all die Jahrzehnte ist mir nicht ein Film mit ihr begegnet, in dem sie nicht überzeugend gespielt hätte. In ihre letzten Filme musste ich aber selbst erst reinwachsen oder besser „reinreifen“, um sie wahrhaft würdigen zu können.

Was in einer Frau „in einem gewissen Alter“ vor sich geht, versteht frau wohl nur am besten, wenn die eigenen Superhormone zur Neige gehen. Die Welt sieht auf einmal ganz anders aus. Längst Verdrängtes aus fern vergangenen Tagen dringt mit Macht wieder nach oben, sobald der passende Anlass sich auch nur erahnen lässt, und vermischt sich unvermutet mit Gegenwart in Wort, Gefühl, Erahntem und Gewissen. Die Welt verdreht, verwirrt, verschlingt sich und es bedarf Einiges, um diesem Wollknäul Herrin zu werden. Ich kenn nur eine Schauspielerin, die in der Lage ist, ein solches Knäul mit ernster Leichtigkeit zu entwirren und es muss wohl auch in Paris spielen, um das savoir vivre einzufangen.

Paris Murder Mystery heißt im Original Vie privée. Das fasst die mehrschichtige, ins äußerste Private gehende Handlung deutlich treffender. Mystery allerdings fängt die fasst surrealen Momente gut ein. Jodie Foster als gereifte, geschiedene und am Ende wiedervereinte bisexuelle Psychiaterin durchstreift Paris und Umland, auf der Suche nach des Rätsels Lösung. Sie sucht Unterstützung bei Kollegen, Hypnotherapeutin und vor allem bei der eigenen (Ex-)Familie. Sie nutzt Recherche und Selbsthypnose, stellt sich selbst in Frage und forscht nach. Sie nutzt die ganze Klaviatur des Krimis und löst am Ende Fall und Blockaden. Allein der Mut, Wahr zu haben bringt die Erlösung, in Vergangenheit, Gegenwart und für die Zukunft.